Urs Fischer setzt vor dem Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach auf Geduld und Entwicklung statt auf harte Konsequenzen für junge Spieler. Der Trainer des FSV Mainz 05 will Fehler von Nachwuchsverteidigern wie Kacper Potulski und Fabio Gruber nicht übermäßig thematisieren, nachdem diese in der 1:3-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt eine Rolle spielten. „Ich war selbst 20 Jahre lang Profi. Wie hätte ich das hinbekommen, wenn ich nach einem oder zwei schlechten Spielen aus dem Kader geflogen wäre?“, sagte Fischer. Er betonte, dass Spieler aus Fehlern lernen müssten, um sie zu korrigieren, und bestätigte, dass beide für das Spiel am Niederrhein in der Startelf stehen werden.
Die Mannschaft reist mit einem positiven Trend an, der sich in der Tabelle widerspiegelt. Mainz 05 steht nach vier Spieltagen mit sieben Punkten auf Rang fünf der Bundesliga. Der letzte Auftritt war ein spektakulärer 4:3-Sieg in Mönchengladbach am vergangenen Wochenende, bei dem Phillip Tietz und Sheraldo Becker trafen. Tietz ist mit drei Toren in drei Einsätzen aktuell bester Torschütze der Mannschaft. Die aktuelle Formkurve zeigt drei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage aus den letzten fünf Pflichtspielen.
Personelle Veränderungen im Tor
Ein erzwungener Wechsel betrifft die Torhüterposition. Stammkeeper Robin Zentner zog sich im Frankfurt-Spiel eine Handverletzung zu und fällt für mehrere Wochen aus. Seinen Platz zwischen den Pfosten übernimmt der erfahrene Alexander Schwolow. Ob Zentner nach der anstehenden Länderspielpause zurückkehren kann, ist noch ungewiss. Neben dieser Verletzung fehlt weiterhin Dominik Kohr. Neun Spieler aus Fischers Kader werden nach dem Wochenende zu ihren Nationalmannschaften reisen, darunter Nadiem Amiri, der von Jürgen Klopp für die ersten beiden DFB-Spiele nominiert wurde.
Aufarbeitung nach Frankfurt-Debakel
Fischer räumte ein, dass die Niederlage gegen Frankfurt auch menschliche Faktoren und zu hohe Erwartungen beinhaltete. „Haben uns das gemeinsam angeschaut und die Angelegenheit aus der Welt geschafft“, erklärte er zum Umgang mit der Pleite. Er fühlte, dass Frankfurt jeden Zweikampf gewann und jeder zweite Ball zu den Füßen der Gegner fiel. Phillip Tietz hatte nach dem Spiel kritisiert, dass der Gegner den Sieg mehr gewollt habe. Der Trainer sieht die Grundlage der Arbeit in der konsequenten Abrufbarkeit fußballerischer Basics, die er nach drei Spieltagen insgesamt als „solide“ bewertete. Die Mannschaft zeigte gegen SC Paderborn eine schwache erste und bessere zweite Hälfte, davor gab es einen 5:0-Kantersieg in Hamburg.
Auch der Vorfall um Nadiem Amiri, der nach dem Frankfurt-Spiel seine Kapitänsbinde wegwarf, wurde intern besprochen. Fischer gab an, den Moment live nicht mitverfolgt zu haben, betonte aber, dass dieser Einzelfall den Verein nicht definiere. Die Konzentration liegt nun voll auf dem sportlichen Neustart. Das nächste Heimspiel nach der Pause ist am 10. Oktober gegen Bayer Leverkusen. Die aktuelle Tabelle und der komplette Kader sind online einsehbar. Das Spiel in Mönchengladbach beginnt am Samstag um 15:30 Uhr.
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